3995: ARD distanziert sich von RBB.

Die ARD-Intendanten erklären zum RBB: „Wir, die Intendantinnen und Intendanten der ARD, haben kein Vertrauen mehr, dass der geschäftsführenden Leitung des Senders die Aufarbeitung der diversen Vorfälle zügig genug gelingt.“ Zurückgetreten sind

die Intendantin Patricia Schlesinger,

der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Wolf-Dieter Wolf,

die Vorsitzende des Rundfunkrats, Friederike von Kirchbach.

Der Intendant des HR, Florian Hager, erklärte: „Es braucht jetzt vollständige Transparenz und Aufklärung über die Vorgänge im RBB und einen Neubeginn unter neuer Führung.“ Das Gleiche fordert der Bundesvorstand des DJV. Der geschäftsführende Intendant des RBB, Hagen Brandstäter, der Verwaltungsdirektor, hat, wie jetzt bekannt wurde, ein Jahresgehalt von 230.000 Euro. Am Bonussystem des Senders ist er darüberhinaus mit 30.738 Euro beteiligt. An dem Bonussystem partizipierten bisher 27 Führungskräfte des RBB (Anna Ernst, SZ 22.8.22).

Die Erklärung der ARD-Intendanten kommentiert Cornelius Pollmer (SZ 22.8.22): „In ihr lässt sich ehrliches Misstrauen in die RBB-Geschäftsleitung erkennen, die an der Aufklärung aller Vorwürfe bislang offenbar weniger forsch mitwirkte, als sie das nach außen und selbst nach innen gerne glauben machen wollte. Es lässt sich in der Erklärung Buhrows aber auch lesen, wie stark das Interesse der durch ihn vertretenen Verantwortlichen ist, den RBB zu isolieren, damit dessen Krise sich bloß nicht weiter auswachse von der einzelner Personen und regionaler Strukturen zu einer des gesamten öffentlich-rechtlichen Systems.“

„Dass ARD-Intendanten der Geschäftsführung eines ARD-Senders das Vertrauen entziehen, ist beispiellos. Der Schritt wird als Aufforderung zum Rücktritt verstanden (Claudia Tieschky, SZ 22.8.22).

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