3150: Australische Kriegsverbrechen in Afghanistan

Der australische Armeechef Angus Campbell hat von 23 „schwersten Kriegsverbrechen“ berichtet, die von australischen Soldaten in Afghanistan begangen worden sind. Von der Eliteteinheit Special Air Service (SAS). 39 unbewaffnete afghanische Zivilisten seien „Morden“ zum Opfer gefallen. Campbell sprach von der „möglicherweise schändlichsten Episode der australischen Militärgeschichte“. Gegründet sind Campbells Aussagen auf den Bericht (486 Seiten) einer Untersuchungskommission, die vier Jahre lang ermittelt und 400 Zeugen befragt hat.

Ursprünglich waren Journalisten und ihre Informanten, die über die Kriegsverbrechen berichtet hatten, selbst mit Verfahren überzogen worden. Für die Taten waren in der Regel kleine Kommandoeinheiten verantwortlich, die mit wenigen Soldaten zu Sondereinsätzen in das von den Taliban kontrollierte Gebiet geflogen worden waren. Befehlshaber sollen dabei „Neulingen“ befohlen haben, Gefangene zu erschießen („Blooding“). Den Leichen seien dann Waffen und Funkgeräte untergeschoben worden, um sie als Terroristen erscheinen zu lassen. Gegen 19 ehemalige und aktive Soldaten soll nun ermittelt werden. Premierminsister Scott Morrison hat die Berufung eines Sonderermittlers angekündigt (Jan Bielicki, SZ 20.11.20).

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