Beim ohnehin meistens krisengeschüttelten DFB tobt ein Machtkampf zwischen Profilager und Amateuren. Für das Profilager steht der Präsident Fritz Keller, für die Amateure der Generalsekretär Friedrich Curtius. Keller wirkt meistens überfordert. Curtius treibt mit Hilfe der Beratungsfirma Esecon die Aufarbeitung der WM-2006-Affäre (Franz-Beckenbauer-Affäre) voran. Zu klären ist, wie und von wem im Vergabejahr 2000 die Stimmen für die deutsche Bewerbung eingeworben wurden. Fritz Keller wird eine Nähe zum Fifa-Boss Gianni Infantino (Schweiz) nachgesagt, weshalb zur Uefa eine große Distanz besteht. In den Fifa-Rat soll der ehemalige Schalker Finanzvorstand Peter Peters einziehen, ein Ding für sich in der Versorgungspolitik für ausrangierte Funktionäre. Die Corona-Pandemie hat dem deutschen Profi-Fußball echte Finanznöte beschert. Aber eigentlich müsste der große DFB damit fertigwerden. Um so wichtiger wäre die Aufklärung der dubiosen WM-Vergabe 2006 (Thomas Kistner, SZ 24./25.10.20).