Michael Meyen ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Sprecher des bayernweiten Projekts „For Democracy“. Außerdem betreibt er den Blog „Medienrealität“. Er hat seine wissenschaftliche Karriere an der Sektion für Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig gestartet. Im Institut für Kommunikationswissenschaft (IfKW) in München schwelt seit längerem Ärger über Meyen. Jetzt hat sich die Institutsleitung erstmals öffentlich distanziert. Der Blog sei „eine private Initiative von Prof. Meyen“. Man lege „Wert auf die Feststellung“, dass die dort „geäußerten Positionen nicht die Meinung des IfKW als Institution widerspiegeln“. Man habe wegen der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit keine Möglichkeit, auf die Inhalte Einfluss zu nehmen.
In Meyens Blog taucht der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen auf, der wegen antisemitischer Äußerungen vom Radio Berlin Brandenburg (RBB) entlassen worden war. Auslöser für die IfKW-Stellungnahme war ein Beitrag von Meyens Mitarbeiter Alexis Mirbach „Was ich von Ken Jebsen gelernt habe“. Darin schildert Mirbach, dass er bei Jebsen gelernt habe, dass die WHO „von Bill und Melinda Gates kontrolliert wird“.
IfKW-Direktor Carsten Reinemann über Michael Meyens Blog: „Es gibt dort eine ganze Reihe an Beiträgen, mit denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns nicht glücklich sind – auch weil sie das Gefühl haben, da gezwungenermaßen mit im Boot zu sitzen.“
Michael Meyen selbst schreibt unter der Überschrift „Ken Jebsen und das Establishment“, er habe Jebsen als professionellen Journalisten erlebt. „Das Establishment“ fahre „Kampagnen gegen Fake News, Hate Speech, Verschwörungstheorien“. Damit, so Meyen auf der Online-Plattform „Telepolis“, wollten die „Mächtigen“ die Kommunikation im Internet „kontrollieren“ (Sebastian Krass, SZ 26.5.20)