Der Deutsche Presserat, der Zusammenschluss von Journalisten (DJV, dju) und Verlegern (BDZV, VDZ), verlangt mehr Schutz für Journalisten. “ Es ist nicht akzeptabel, dass Kamerateams von privaten Sicherheitskräften begleitet werden müssen. … Völlig unerträglich ist es, wenn eine Journalistin durch Polizeibeamte bei ihrer Arbeit behindert oder gar verletzt wird. … Der Schutz der Pressefreiheit ist verfassungsmäßige Aufgabe des Staates.“ (Mail des Deutschen Presserats vom 5.5.20).
Anlass für die Erklärung des Presserats war der Überfall auf den „Heute Show“-Comedian Abdelkarim Zemhoute und sein Team sowie die Tatsache, dass eine Kameraassistentin von einem Polizisten geschlagen worden war. Sie ging blutend zu Boden, zwei Vorderzähne brachen ab. Dass Journalisten, die am Boden liegen, weiter mit Fußtritten traktiert werden, ist eine neue Qualität in der Auseinandersetzung.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Polizei aufgefordert, Medienvertreter auch auf Demonstrationen zu schützen (Theresa Hein, Lars Langenmau, Verena Mayer, SZ 6.5.20; dpa 8.5.20).