Sie hat nur in zwei Filmen von Alfred Hitchcock gespielt: „Die Vögel“ (1963) und „Marnie“ (1964). Aber das hat genügt, um sie zum Star zu machen: die 1930 in Minnesota geborene Tippi (eigentlich: Nathalie Kay) Hedren. Auch „Marnie“, der zunächst nicht erfolgreich war, ist heute ein Kultfilm. Hedren spielt eine Kleptomanin, ihr Filmpartner: Sean Connery. Damit gehört sie in die Reihe von „Hitchcocks Blondes“ (u.a. Joan Fontaine, Ingrid Bergman, Kim Novak, Grace Kelly, Tippi Hedren).
In ihrer Autobiografie erzählt Tippi Hedren, „wie Hitchcock sie befingert, sie sexuell belästigt und ihr nachgestellt habe“ (Verena Lueken, FAZ 18.1.20). Der hässliche, dicke Mann nahm sich Sachen heraus, die heute vollständig geächtet sind. Auf die Frage, was sie empfinde, wenn sie seinen Namen höre, sagte sie in einem Interview, als die #MeToo-Bewegung bereits im Gange war: „Dankbarkeit und Abscheu, Respekt und Fassungslosigkeit.“ In „Die Vögel“ verkörpert Hedren Angst, Panik und Verletztheit in Perfektion. Bald danach verschwand sie aus der Filmwelt.
Die großen Hollywood-Karrieren haben ihre Tochter Melanie Griffith und ihre Enkelin Dakota Johnson („Fifty Shades of Grey“) gemacht (Fritz Göttler, SZ 18./19.1.20).