2509: 80 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

Am 23. August 1939 wurde der Hitler-Stalin-Pakt unterzeichnet. Von den Außenministern Ribbentrop und Molotow. Es handelte sich um einen Nichtangriffspakt. Er enthielt aber ein Zusatzabkommen, mit dem die beiden Diktaturen praktisch ganz Mitteleuropa von Finnland bis Rumänien in Einflusszonen unterteilten. Das Abkommen bildete die Basis für die zeitlich versetzt vorgenommene Eroberung und Teilung Polens und sodann für weitere Besetzungen entsprechender Gebiete durch die Sowjetunion. Bis zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 arbeiteten die beiden ideologisch feindlich zueinander stehenden totalitären Diktaturen zusammen. Das funktionierte wegen des Tauschs von Rüstungsgütern gegen Rohstoffe.

Für die politische Linke weltweit war das Abkommen ein Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholt hat. Die führende Macht des real existierenden Sozialismus arbeitete offiziell mit dem Faschismus zusammen. In der deutschen Emigrantenszene in Europa und Amerika kam es zu Zerwürfnissen, die nicht mehr zu kitten waren.

Zu den Vorgängen hat Claudia Weber eine neues Buch vorgelegt:

Der Pakt. Stalin, Hitler und die Geschichte einer mörderischen Allianz 1939-1941. Müchen (Beck) 2019, 276 S., 26,95 Euro.

Frau Weber ist hervorgetreten mit einer Arbeit über die sowjetische Ermordung von mehr als 20.000 polnischen Offizieren und Soldaten in

Katyn 1940.

In einer Rezension (SZ 19.8.19) kritisiert der Historiker Jost Dülffer (Köln) das Buch scharf, u.a. wegen angeblich fehlender Quellenkritik.

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