2465: Artur Brauner ist gestorben.

Er war der berühmteste deutsche Filmproduzent nach 1945: Artur Brauner, der jetzt im Alter von 100 Jahren in Berlin gestorben ist. Mit seinen Eltern war der aus Polen stammende Jude vor den Nazis in die Sowjetunion geflohen und hatte dort im Versteck überlebt. 1945 kam er nach Berlin und gründete hier seine Fimfirma CCC (Central Cinema Company). Er gab unter den Remigranten Regisseuren wie Fritz Lang („Die tausend Augen des Doktor Mabuse“), Robert Siodmak („Nachts, wenn der Teufel kam“) und Gerd Oswald eine Chance. Aber auch solchen, die unter den Nazis mitgemacht hatten: Helmut Käutner, Harald Reinl, Josef von Baky. Dabei sind dann so bemerkenswerte Filme entstanden wie „Die Halbstarken“, „Teufel in Seide“ und „Liebling der Götter“.

Seinem Hauptthema, der Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus, widmete er sich von Anfang an. Seinen Film „Morituri“ (1948) wollte das damalige deutsche Publikum nicht sehen. Das wurde später anders: „Die weiße Rose“, „Eine Liebe in Deutschland“, „Hitlerjunge Salomon“. Für letzteren gab es einen Golden Globe. Das Spektrum von Brauners Produktionen reflektierte über Jahrzehnte und durch die Genres hindurch das Dilemma des deutschen Films nach 1945, dass er kein Medium für direkte politische und gesellschaftskritische Botschaften ist, sondern nur dann wirken kann, wenn er auf ein  aufgeklärtes Publikum trifft.

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ehrt Artur Brauner mit einer Mediathek von 21 von ihm produzierten Filmen, in denen die Shoa zum Thema gemacht wird (Fritz Göttler, SZ 8.7.19).

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