2455: Armin Klümper ist tot.

Die einen verehrten ihn als Wunderheiler, die anderen sahen in ihm den Dopingsünder. Armin Klümper ist im Alter von 84 Jahren in Südafrika gestorben. Ohne Facharzt zu sein, wurde der Radiologe 1977 als Professor an die Universität Freiburg berufen. Für sehr viele Hochleistungssportler war er ein väterlicher Freund (und Helfer). Aber auch Minister, Wirtschaftskapitäne und Erzbischöfe zählten zu seinen Patienten. Dass wir nicht mehr über die Verstrickungen Armin Klümpers in den Doping-Sumpf wissen, liegt auch an dem fehlenden Aufklärungswillen im deutschen Sport.

In einem Gutachten heißt es, der Radiologe Armin Klümper habe „für die alte Bundesrepublik in einem Umfang Dopingpraktiken angewendet, die weit über das bekannte Maß hinausgehen“. Der Arzt mixte den berüchtigten Klümper-Cocktail und belieferte den VfB Stuttgart mit Anabolika. Die Klümper-Patientin Birgit Dressel starb 1987 an Multi-Organversagen. Sie soll rund 100 verschiedene Arzneien konsumiert haben. Die Hürdensprinterin Birgit Hamann warf Klümper vor, ihr ohne ihr Wissen Wachstumshormone gegeben zu haben. 2001 zog sich Klümper frustriert nach Südafrika zurück. Dort ist er nun gestorben (Thomas Kistner, SZ 2.7.19).

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