2382: Lengsfeld, Tellkamp, Safranski und Co

Im Kampa-Verlag ist in der Interviewbuchreihe ein neuer Band erschienen: „Der unsichtbare Drache“. Darin unterhält sich der Göttinger Germanist Heinrich Detering mit dem Schriftsteller Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“). Sie kommen auch auf Politik zu sprechen. Dort schildert Kehlmann, dass die mit ihm bekannte Vera Lengsfeld seit längerem Intellektuelle und Schriftsteller zum neonationalistischen Diskurs eingeladen habe, ihn jedoch nie.

„Das hat mich wirklich verblüfft. Uns hat nie jemand eingeladen zu diesen Treffen, ich wusste nicht, dass sie stattfinden. Jemand muss also schon von vornherein entschieden haben, dass wir für diese Sache nicht zu gewinnen wären. Was ja auch zutrifft. Man muss aber natürlich differenzieren. Was zm Beispiel Safranski betrifft, da habe ich sehr aufgepasst und möglichst alles gelesen, was er in letzter Zeit gesagt hat, und ich finde alles, auch wenn ich anderer Meinung bin, intellektuell vertretbar. Nicht jede abweichende Meinung sollte man im persönlichen Umgang sanktionieren; ich respektiere Safranski kein bisschen weniger als früher. Aber wenn Tellkamp erklärt, neunzig Prozent der Flüchtlinge wollten nur in unser Sozialsystem eindringen, dann ist das nicht akzeptabel. Man könnte sogar sagen, das ist üble Propaganda.“ (jia, FAS 12.5.19)

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