Die Brücke-Maler Ernst Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Flucht in die Bilder“ im kleinen Brücke-Museum im Berliner Grunewald. Auch Emil Nolde und Ernst-Ludwig Kirchner gehörten zu der Gruppe. Kirchner ging in die Schweiz. Die Ausstellung zeigt Duckmäusertum, Anpassung und Selbstverleugung der Künstler.
Max Pechstein war von Emil Nolde denunziert und bezichtigt worden, Jude zu sein. Deswegen musste er schon 1933 einen „Ariernachweis“ „erbringen“. Er schrieb: „Dass ich kein Jude bin, haben sie inzwischen eingesehen. Wäre ich es, so würde ich mir auch nichts daraus machen, für mich entscheidet der Mensch, und ich lasse mir meine jüdischen Freunde nicht nehmen, welche ich als zuverlässig und gütig erkannt habe; im Gegensatz zu dem rein arischen Kunsthändler (gemeint ist Wolfgang Gurlitt), welcher mich so skrupellos um den Erlös meiner Hände Arbeit betrogen.“
Nach dem Treuegelöbnis für Adolf Hitler 1934 malten auch die Brücke-Maler den echten Landschaftskitsch, um weiter ausstellen und verkaufen zu können. Zur Hilfe kam ihnen, dass 73 ihrer Bilder in der Nazi-Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 hingen. Dies gab ihnen nach dem Krieg den Heiligenschein, unter dem sie mit Ausstellungen geehrt und Professoren wurden.
Ermöglicht hat die aufklärerische Ausstellung Lisa Marei Schmidt, die 2017 Direktorin des Brücke-Museums wurde und mit der Vertuschung und Heimlichtuerei aufräumte. Es steht an die Re-Education ihres Stammpublikums (Till Briegleb, SZ 25.4.19).