2344: Murdoch-Imperium fördert Aufstieg von Populisten.

So alt wie die Massenmedien selbst (Presse, Film, Radio, Fernsehen, Online-Medien) ist der Streit über ihre Wirkung. Elisabeth Noelle-Neumann etwa, die in den Sechzigern bis Neunzigern einen gewissen Einfluss auf die Massenkommunikationsforschung in Deutschland hatte, bescheinigte der Presse um 1970, dass sie einflusslos war. Damit wollte Noelle-Neumann den Springer Verlag entlasten, gegen den damals Kampagnen liefen wie „Enteignet Springer“. Das Fernsehen dagegen hielt Noelle-Neumann für mächtig, weil sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Radio und Fernsehen) nicht mochte („Schweigespiralen“-Hypothese, „Fernsehen als getarnter Elefant“). Sie wollte dem Fernsehen einen schlechten Einfluss auf die Meinungsbildung zuschreiben. Damit hat sie das vorbereitet, was wir heute wieder an Hass auf ARD und ZDF finden, etwa bei der AfD.

Nun zeigt eine Untersuchung von zwei Journalisten der „New York Times“, dass der riesige Murdoch-Konzern (verteilt über den gesamten englischsprachigen Raum) mächtig und keineswegs neutral ist. In Großbritannien beförderte Murdochs „Sun“ mit ihren fremdenfeindlichen Schlagzeilen den Brexit. Murdoch-Medien belieferten die Wahlkämpfe in

Ungarn, Brasilien und Australien

mit den klassischen Boulevard-Themen wie „Ausländer sind kriminell“, „Der Islam bedroht uns“, „Die eigene Identität ist gefährdet“ und „Der Klimawandel ist eine chinesische Erfindung“. Damit übten sie Einfluss auf die Wahlergebnisse aus (Willi Winkler, SZ 5.4.19).

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