Vor hundert Jahren gründete Walter Gropius in Weimar das Bauhaus. Als Vorbild nahm er sich die mittelalterliche Bauhütte. Verpflichtet war das Unternehmen der Einheit von Kunst und Technik. Dadurch wurde über eine lange Zeit von Weimar, Berlin und Dessau aus der „International Style“ geprägt. Er war keineswegs einheitlich und hatte auch kein geschlossenes ideologisches Konzept. Politische Korrektheit war seinerzeit noch nicht so dominant wie heute. Der Erfolg des Bauhauses beruhte auf den von Gropius gewonnenen Lehrern
Wassily Kandinski,
Paul Klee,
Lyonel Feiniger,
Laszlo Moholy-Nagy,
Oskar Schlemmer,
Otto Dix.
Auch die junge Bundesrepublik verdankte dem Bauhaus manche Neuheit. Dass so viele potente Künstler überhaupt bereit waren, sich in den Dienst der angewandten Kunst zu stellen, ging auf den künstlerischen Gestaltungswillen in den jungen Demokratien nach dem Ersten Weltkrieg und die Sowjetunion zurück, die ursprünglich verschiedenen Künsten Schaffensmöglichkeiten einräumte, bevor seit 1929 alles davon im Stalinismus unterging (Catrin Lorch, SZ 15.1.19).