2198: Sexueller Missbrauch in der EKD

In zehn der 20 Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind inzwischen Aufarbeitungskommissionen für sexuellen Missbrauch gebildet worden. Ihnen wurden bisher

479 Fälle

aus den Jahren von 1950 bis 1970 gemeldet. Zwei Drittel davon haben in evangelischen Heimen stattgefunden. Nun hat die EKD eine zentrale, unabhängige Anlaufstelle für Betroffene und mehrere Studien über Ausmaß und Struktur der Gewalt und ihre Vertuschung beschlossen. Das Diakonische Werk hat eine eigene Studie angekündigt. Für die Durchführung eines Elf-Punkte-Plans zur individuellen und institutionellen Aufarbeitung will die EKD im kommenden Jahr rund eine Million Euro ausgeben.

Auf der Würzburger Synode der EKD hat die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs gesagt: „Eine Kirche, die solcher Gewalt nicht wehrt, ist keine Kirche mehr.“ Frau Fehrs ist die Sprecherin eines kurz vor der Synode gebildeten Beauftragtenrats zum Thema. Sie sprach von einem

„evangelischen Muster“ und

„begünstigenden Faktoren, die den Tätern zuspielen“.

Dazu gehören unklare Machtstrukturen, die Abschottung von Gruppen nach außen, die mangelnde Trennung von dienstlicher und privater Sphäre und eine falsch verstandene Liberalität (Matthias Drobinski, SZ 14.11.18).

 

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