2192: Die Reichspogromnacht am 9.11.1938: eine Dokumentation

Mit Hilfe der Berliner Akademie der Künste hat der Fotograf Michael Ruetz eine Dokumentation über die Reichspogromnacht am 9.11.1938 publiziert:

Michael Ruetz: Pogrom 1938. Das Gesicht in der Menge. Wädenswil am Zürichsee (Nimbus) 2018, 156 Seiten, 29.90 Euro.

Es ist eine Text-Bild-Collage von 115 Schauplätzen, zwar nicht wissenschaftlich, aber doch sehr anschaulich. Das ist viel angesichts des Nicht-Wissens auf diesem Gebiet. Zugearbeitet hat Ruetz die bildende Künstlerin Astrid Köppe, die auf der Basis der Liste der zerstörten Synagogen in über tausend Gemeinden, Vereinen und Archiven recherchiert hat. In der gegenwärtigen Bundesrepublik. Deswegen fehlen die niedergebrannten Synagogen von Breslau und Beuthen. Die Akteure und Zuschauer schauen häufig in die Kamera, wobei manchmal unklar ist, wer hinter ihr stand. Es gibt Besonderheiten wie die, dass der NSDAP-Kreisleiter in Siegen nichts von einer Synagoge dort wusste. Sie blieb unberührt. Am 10.11.1938 wurde sie dann doch von SA-Leuten in Brand gesetzt (Lothar Müller, SZ 9.11.18).

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