„Erstens: Jeder Schriftsteller, der sehr viel und sehr gern über Sex schreibt, hat entweder zu viel Sex oder zu wenig.
Zweitens: Jeder Schriftsteller, der gar nicht über Sex schreibt oder nur in sehr vagen, verklemmten Andeutungen, mag Sex nicht besonders, egal ob er zu viel davon hat oder zu wenig.
Drittens: Jeder Kritiker, der ein Problem mit Sex in der Literatur hat, hat garantiert noch viele andere, sehr viel größere Probleme.
Und darum viertens: Gute – und schlechte – Sexstellen gehören zu Romanen und Erzählungen genauso wie gute – und schlechte – Naturschilderungen oder Dialoge, und dass immer wieder Rezensenten, Literaturwissenschaftler und oft sogar Autoren selbst sich auf kleinere und größere Kreuzzüge gegen das direkte, obszöne, pornographische Schreiben begeben, ist einer der wichtigsten Gründe, warum man damit niemals aufhören sollte. …
Denn fünftens: Wer den Sex in der Literatur verbieten will, würde am liebsten die ganze Literatur verbieten.“ (FAS 7.10.18)