2135: Geschwister-Scholl-Preis für Götz Aly

Der Historiker und Journalist Götz Aly (geb. 1947) ist für sein Buch „Europa gegen die Juden. 1880 – 1945“ (S. Fischer) mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet worden. Er ziehe darin, so die Jury, eine Art Summe seiner Forschungen zu den Verbrechen des Nationalsozialismus und belege eine „markante These zu den Möglichkeitsbedingungen des Holocaust“. Dabei habe er ganz Europa im Blick. Der

Antisemitismus

sei für Aly „nicht die Sache einer Minderheit von irrationalem Hass getriebener Fanatiker“, es gab erklärbare Gründe, etwa „den Neid auf die als besonders tüchtig wahrgenommenen Juden“. Götz Aly hat für die „taz“, die „Berliner Zeitung“ und als Gastprofessor gearbeitet. Mit seinen Büchern, etwa „Hitlers Volksstaat“ (2005) habe er als Außenseiter „ohne Lehrstuhl und Apparat“ die Forschung geprägt. Die Jury ehrt ihn als „Beispiel für geistige Unabhängigkeit und intellektuellen Mut“. (SZ 21.9.18)

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