2106: Erzbischof Vigano fordert Rücktritt des Papstes.

Carlo Maria Vigano, Erzbischof aus dem norditalienischen Varese, fordert den Rücktritt von Papst Franziskus. Der habe seit mindestens fünf Jahren von den sexuellen Übergriffen des mittlerweile abgesetzten US-Kardinals Theodore McCarrick gewusst und habe trotzdem lange nichts gegen ihn unternommen. Elf Seiten umfasst die Klageschrift von Vigano. Es fehlen nur die Beweise. Franziskus hat auf dem Rückflug von Irland angekündigt, kein Wort dazu sagen zu wollen. Publiziert wurde Viganos Vorwurf von papstkritischen, traditionalistischen Zeitungen in den USA und Italien.

Es scheint sich um eine klassische Vatikan-Intrige aufgrund von nicht erreichten Karrierezielen zu handeln. Vigano hatte wohl angestrebt, Kardinal und Staatssekretär zu werden, die politische Nummer zwei der Kirche. Die Missstände in der Kurie wurden durch „Vatileaks“ aufgeklärt. An dessen Ende stand der Rücktritt von Papst Benedikt. McCarrick wird vorgeworfen, sich an Generationen von Seminaristen und Priestern vergangen zu haben. Als kürzlich auch der Fall eines Minderjährigen ruchbar wurde, hat Papst Franziskus McCarrick sofort die Amtsweihe entzogen (Oliver Meiler, SZ 28.8.18).

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