2071: Nelson Mandela 100

Nelson Mandela (1918-2013) war der Glücksfall für den friedlichen Übergang von einem rassistischen und undemokratischen Apartheidssystem zu einer afrikanischen Demokratie. Von 1963 bis 1990 (27 Jahre lang) hatte er wegen Widerstands gegen den Rassismus seit 1944 als politischer Gefangener in Haft verbracht. Von 1994 bis 1999 war er der erste schwarze Präsident seines Landes. Für die Organisation des Übergangs zu einem demokratischen Staatswesen in Südafrika erhielt er 1993 den Friedensnobelpreis. Seinetwegen konnten größere Gewaltexzesse vermieden werden.

Heute wächst die Kritik an Mandela. Hauptsächlich weil die ehemaligen Unterdrücker bei dem versöhnlichen Übergang gut weggekommen sind. Sie taten ein bisschen Buße, durften aber alles behalten, was sie mit dem Blut und Schweiß der Unterdrückten erwirtschaftet hatten. Ausgerechnet auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos 1992 stimmte Mandela einer kapitalistischen Lösung der sozialen Ungleichheit zu. Nach Angaben der Weltbank ist Südafrika 2018 das ungleichste Land der Erde.

Mandelas große Leistung war die Versöhnung nach dem rassistischen Terror. Auf Kritik am ANC reagierte er allerdings unnachsichtig. Schon unter seiner Führung begann die Korruption und die Unfähigkeit der ANC-Kader. Mandela sah großzügig weg, wenn sich die Genossen die Taschen vollstopften. Mandela ließ reiche weiße Geschäftsleute in einen Fonds einzahlen, der nur für ihn bestimmt war. Davon profitierten die Weißen. Die moralische Instanz nahm es mit der Moral nicht so genau (Bernd Dörries, SZ 14./15.7.18).

Wir Menschen sind alle aus krummem Holz gemacht.

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