Der Betriebsratschef von VW, Bernd Osterloh, hat sich mit Kollegen u.a. von BMW und Daimler über zu hohe Gehälter und Boni für Vorstandsmitglieder mokiert. Das verstoße gegen das „allgemeine Gerechtigkeitsempfinden“. Viele Konzernvorstände bekommen heute als Gehalt jährlich hohe Millionenbeträge.
Osterloh selbst hat im letzten Jahr, seinem besten, bei VW 750 000 Euro bekommen. 200 000 Euro Grundgehalt plus Bonuszahlungen. Jetzt tritt der VW-Vorstand auf die Bremse, weil die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob VW den Betriebsratschef zu gut bezahlt. An Osterloh gehen nur noch 96 000 Euro pro Jahr. Gegen Osterloh selbst wird nicht ermittelt. Aber er hat die hohen Zahlungen angenommen. Er hätte gut daran getan, weniger zu nehmen.
Osterloh verweist auf seine „Managementfähigkeiten“. In der Tat gilt bei VW der Betriebsratschef als Co-Manager. Hauptsächlich soll er allerdings die Interessen der Belegschaft vertreten. Da wirken hohe Zahlungen an den Betriebsratschef wie
Bestechungsprämien.
Kraft Amtes gehört Bernd Osterloh zum VW-Aufsichtsrat. Warum hat er dort noch nicht mit seinen Kollegen von der
IG Metall
und
dem Land Niedersachsen
als einem der Hauptaktionäre verlangt, dass VW von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen der
Abgasaffäre
Schadensersatz bekommt? (Klaus Ott, SZ 27.12.17)