Die AfD hat viele Gesichter. Lange Zeit konnten wir nicht erkennen, wer die Richtung bestimmte. Auch wenn in den Medien stets rechtsextreme Völkische wie Björn Höcke den Ton angaben. Von seinem Parteiausschluss ist nun keine Rede mehr.
Im Bundestag vertraten die AfD-Vertreter dezidiert rechtskonservative Positionen. Engagiert, aber sachlich im Ton. Sie verzichteten auf Provokationen, es gab keine Eklats. Die AfD gebärdete sich als politikfähig.
Auf dem Parteitag in Hannover hat sich nun gezeigt, dass die Partei de facto weiter nach rechts gerückt ist. Viele Delegierten sind von der Führung nicht steuerbar. Die Völkischen haben aus dem Hintergrund dafür gesorgt, dass der Berliner Landeschef Georg Pazderski, ein ehemaliger Soldat, der vor allem dafür sorgen wollte, dass die Partei die Regierungsbeteiligung vorbereitete, demütigende Momente bei der Wahl zum Vorstand überstehen musste. Eine Scheinkandidatin übertraf ihn in den ersten beiden Wahlgängen. Da musste der Verschlagenste ran, Walter Wallmanns (CDU) ehemaliger Bürochef Alexander Gauland, 76. Er ist der heimliche Chef der AfD. Auch wenn er nur 68 Prozent der Stimmen bekam. Georg Pazderski, Alice Weidel und Beatrix von Storch sind im Vorstand (Jens Schneider, SZ 4.12.17).
Von Frauke Petry ist keine Rede mehr.
Lassen wir uns nicht von dem konzilianten Ton im Bundestag täuschen!