1694: Kate Millett gestorben

Kate Millett (geb. 1934), eine Feministin der ersten Stunde in den USA, ist gestorben. Ihr Hauptwerk „Sexus und Herrschaft“ (1970) war eine Generalabrechnung mit dem modernen Patriarchat. „Im Patriarchat entwickelte sich der Begriff des Eigentums von seinem einfachen Ursprung der Frau als beweglicher Habe (…). Die Unterwerfung der Frau unter den Mann ist natürlich weit mehr als ein wirtschaftliches oder politisches Ereignis; sie ist ein totales gesellschaftliches und psychologisches Phänomen.“

Millett entlarvte die männliche Sexualität als Herrschaftsinstrument. Das hatte sie bei D.H. Lawrence, Henry Miller und Norman Mailer entdeckt. Millett war radikal. Ihre Kritik der patriarchalischen Kleinfamilie ist bis heute nicht veraltet. Millett war manisch-depressiv, Zwangseinweisungen ließen sie zur Anti-Psychiatrie-Aktivistin werden. In den achtziger jahren bewirtschaftete Kate Millett eine Farm im Staat New York. Sie verarmte und wurde vergessen (Heide Oestreich, taz 8.9.17).

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