1650: Eberhard Jäckel gestorben

Am bekanntesten wurde Eberhard Jäckel im „Historikerstreit“, in dem der rechtskonservative Ernst Nolte die Einzigartigkeit des Holocaust bestritten hatte. Jäckel widersprach heftig und konterte mit der rhetorischenn Frage „Was eigentlich würde sich ändern, wenn der nationalsozialistische Mord (an den Juden, W.S.) nicht einzigartig gewesen wäre? Sollte die Bundesrepublik dann etwa keine Wiedergutmachungszahlungen mehr leisten, der Bundeskanzler sich nicht mehr in Yad Vashem verneigen und der Bürger sich besser fühlen?“

Der 1929 geborene Eberhard Jäckel gehörte zu den jüngeren Historikern, die den Staub von der Geschichtswissenschaft bliesen. Von 1967 bis 1997 war er Professor für Geschichte an der Universität Stuttgart. Der Völkermord an den Juden wurde sein lebenslanges Forschungsthema. Jäckel hatte u.a. an der Sorbonne und in den USA studiert. 1968 engagierte er sich für Willy Brandt und trat in die SPD ein.

In der Geschichtswissenschaft gehörte er zu den „Intentionalisten“ und lehnte die Strukturgeschichte weithin ab, nach der es wenig persönliche Verantwortung gibt. Jäckel nahm an, dass der Holocaust weit vor 1933 schon Hitlers feste Absicht gewesen sei. Jäckels bekanntestes Werk ist „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (nach einem Gedichttitel von Paul Celan). Gemeinsam mit der Journalistin Lea Rosh setzte er sich für ein Holocaust-Mahnmal ein, das heute als ein würdiger Gedenkort gilt, der viel besucht wird (Joachim Käppner, SZ 18.8.17).

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