1636: Regensburger Domspatzen: 547 Opfer

Bei den Regensburger Domspatzen haben Priester und Lehrer über Jahrzehnte insgesamt 547 Jungen Gewalt angetan, 67 Domspatzen sind sexuell missbraucht worden. Es gibt 49 Beschuldigte. Die Taten sind verjährt. Es handelt sich um einen der größten Gewalt- und Missbrauchsskandale der katholischen Kirche in Deutschland. In einem Atemzug zu nennen mit den Skandalen am

  • Canisius-Kolleg in Berlin und
  • der Odenwaldschule in Heppenheim.

Das geht aus dem Abschlussbericht des Rechtsanwalts Ulrich Weber hervor, den das Bistum Regensburg mit der Aufklärung der Fälle beauftragt hatte. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 1945 bis Anfang der Neunziger Jahre. Im Rahmen einer Pressekonferenz kritisierte Weber den früheren Chorleiter Georg Ratzinger, der offenbar Bescheid wusste, aber nichts gegen die systematische Gewalt unternahm und in Einzelfällen auch selbst gewalttätig geworden war. Den früheren Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, gewesener Präfekt der Glaubenskongregation, machte Weber dafür verantwortlich, dass die Aufklärung der Skandale zunächst verschleppt wurde. Seit 2010 hatten sich immer mehr Opfer gemeldet (Andreas Glas, SZ 19.7.17).

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