1616: „Unbeliebte sterben früher.“

Mitch Prinstein ist seit 2004 Professor für Psychologie und Neurowissenschaften an der Universität von North Carolina. Er forscht u.a. darüber, wie sich die Beliebtheit im Klassenzimmer auf das Erwachsenenleben auswirkt. In einer Zeit der „Follower“, „Likes“ und „Retweets“ nicht ganz unwichtig. Lina Paulitsch hat ihn für die SZ (3.7.17) interviewt:

SZ: Sie schreiben, dass Menschen, die schon als Kind unbeliebt waren, gesundheitliche Schäden davontragen. Das klingt ein bisschen übertrieben.

Prinstein: Unsere Forschungsergebnisse zeigen: Unbeliebte sterben früher als Beliebte. Diabetes und Herzkrankheiten sind bei ihnen viel wahrscheinlicher. Und selbst wenn man andere Sterblichkeitsfaktoren vergleicht wie etwa den sozioökonomischen Status der Eltern oder vorangegangene Erkrankungen, bleibt der Beliebtheitsgrad als Kind fürs Leben sehr entscheidend. Nur Rauchen hat noch deutlichere Auswirkungen auf die Sterblichkeit. Sie werden es nicht glauben, aber wenn man als Kind unbeliebt war, ist das gesundheitsschädlicher als zum Beispiel Alkoholmissbrauch oder Übergewicht.

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