1609: Argentinische und russische Fußballer gedopt

Die Stimmung beim vielfachen argentinischen Fußballmeister

River Plate Buenos Aires

ist so schlecht wie lange nicht mehr. Denn nicht nur hat der alte Stadtrivale

Boca Juniors Buenos Aires

gerade die Meisterschaft gewonnen, sondern zwei oder drei Spieler sind beim Doping erwischt worden: Lucas Martinez Quarta, 21, und Camilo Mayado, 26. In ihrem Urin wurde das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen. Wahrscheinlich auch beim Stürmer Sebastian Driussi, 21. Wenn das aber zugegeben worden wäre, hätte er nicht für 15 Millionen Dollar an Zenit St. Petersburg verkauft werden können (Javier Caceres, SZ 26.6.17).

Im russischen Staatsdoping geht man nicht so kleinteilig vor wie in Argentinien. Im McLaren-Report werden laut der britischen ‚Mail on Sunday‘ alle 23 Spieler des russischen WM-Teams von 2014 beschuldigt, gedopt gewesen zu sein. Die Lage im russischen Fußball spitzt sich nach dem Ausscheiden im Confed-Cup zu. Die Daten, auf die sich die Berichterstatter beziehen, stammen zum Teil noch vom ehemaligen russischen Dopinglabor-Chef Grigori Rodshenkow, der in die USA geflohen ist. In Russland ist der zuständige Sportminister nicht dazu da aufzuklären, sondern zu vertuschen. Das tut der bekannte Minister Witali Mutko auch.

Schon in den Nullerjahren dieses Jahrhunderts gab es im russischen Fußball eine Systemdoping-Debatte. 2003 wurde Jegor Titow mit Bromantan erwischt, einem gebräuchlichen Maskierungsmittel aus den Beständen der Roten Armee. Zwei Monate zuvor waren Wladislaw Waschtschuk und Maxim Demenko von Spartak Moskau wegen Dopingverdachts aus dem Aufgebot gegen Irland genommen worden. 2009 wurden Alexej Beresuzki und Sergej Ignaschewitsch von ZSKA Moskau nach dem Champions League-Spiel gegen Manchester United des Dopings überführt. Sie hatten ein meldepflichtiges Stimulans eingenommen. Beide Spieler waren bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien dabei (Thomas Kistner, SZ 26.6.17).

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