Die SPD legt ein solides Steuerkonzept vor, wie der Wohlstand der Deutschen mittels einiger Korrekturen bei Steuern und Abgaben gerechter verteilt werden kann. In der Summe ist das solide gerechnet. Die Entlastungen sollen insgesamt etwa 15 Milliarden Euro betragen. Natürlich sollen kleine und mittlere Einkommen entlastet werden. Bemerkenswert ist, dass die SPD keine schön klingenden Versprechen macht. Der Solidaritätszuschlag soll 2020 abgeschafft werden, erst zur Hälfte, dann ganz. Das zeugt von Realitätssinn und Ehrlichkeit. 20 Milliarden Einnahmen für den Bundeshaushalt fallen dadurch weg. Die SPD hat auch bedacht, dass eine Steuerlücke auftritt durch den vom Bundesverfassungsgericht verordneten Wegfall der atomaren Brennelementesteuer.
Richtig ist auch der Ansatz, die Bezieher sehr geringer Einkommen bis zu 1300 Euro monatlich nicht über die Steuer, sondern über Zuschüsse zu den Sozialabgaben zu entlasten und gleichzeitig deren Rentenansprüche zu sichern. Dazu passt die paritätische Finanzierung der Krankenversicherung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Die Genossen sind durchaus an der schwarzen Null interessiert. Bei Vermögenden (ohne Vermögenssteuer), Kapitalgesellschaften und Steuerflüchtlingen werden nach diesem Konzept künftig mehr Steuern kassiert (Cerstin Gammelin, SZ 20.6.17). Die CDU/CSU hat kein Steuerkonzept vorgelegt. Von ihr erwarten wir die gleiche Solidität. Vor allem mit Wolfgang Schäuble.