Karl-Markus Gauss spricht von der Mondlandung am 21. Juli 1969. Er schreibt: „In den bald fünfzig Jahren seither sind die Ozeane weiter verschmutzt, riesige Flächen des Regenwalds zerstört und unfassbare Mengen an Giften in die Luft geblasen worden oder in die Böden versickert. Und erst all die Kriege, von denen kein Jahr frei war, das angehäufte Arsenal atomarer Waffen, der Klimawandel. Es gibt so vieles zu preisen an unserer Erde und gerade deshalb so vieles zu beklagen.“
Gauss verweist auf den Vorschlag des Astrophysikers Stephen Hawking, die Welt möge sich darauf vorbereiten, dass unser Planet in hundert Jahren geräumt werde und die Menschen ins All fliehen würden.
„Wäre es nicht wesentlich einfacher und sinnvoller, so viel Hirnschmalz und Herzblut statt für die Abwanderung von unserem Planeten für das Verbleiben auf diesem einzusetzen? Hawking hat offenbar die Hoffnung längst aufgegeben, dass die Menschen ihren sensationellen Erfindergeist, ihre kühne Fantasie und ihre Vernunft auch dafür nutzen könnten, die Erde nicht weiter wie bisher zu traktieren, sondern dafür zu sorgen, dass sie bewohnbar bleibe, mehr noch, jener Ort werde, der für alle genug zu bieten hätte.“
Für die planetarischen Projekte von Milliardären wie Jeff Bezos und Elon Musk hat Karl-Markus Gauss wenig Verständnis. „Da drängt sich dem Liebhaber der alten Mutter Erde die Frage auf: Wie lange werden die Exilierten brauchen, um ihre neuen Planeten zu zerstören? Denn der Geist, der zu deren Kolonisierung ruft, ist ja derselbe, der zum Untergang des unseren führt.“ (SZ 3./4./5.6.17)