Er galt lange Zeit als Hollywoods größter Frauenheld. Das ruft natürlich den Neid aller männlichen Menschen auf den Plan. Auch wenn es bei Beatty wahrscheinlich bedeutete, dass er es bei keiner lange ausgehalten hat. Er war angeblich das „Glückskind“ Hollywoods. Keiner hat es mit weniger Filmen dort weiter gebracht. Der Fama nach braucht Beatty für jeden neuen Film zehn Jahre. Er erschien im Filmgewerbe sogar als mächtig. Und keiner wusste warum.
Dieser Wundermann, Warren Beatty, ist nun achtzig Jahre alt geworden. Und die meisten von uns erinnern sich daran, dass er bei der Oscar-Verleihung 2017 seiner Filmpartnerin aus „Bonny & Clyde“ (Regie: Arthur Penn, 1967), Faye Dunaway, beim ausgezeichneten Film den falschen Zettel gereicht hat, obwohl er den Fehler schon geahnt hatte. Er hat also nicht nur Glück.
Beattys große Schwester,
Shirley Mac Laine,
hat einmal ausgeplaudert, dass er als Kind viel Zeit in Schränken verbracht habe. Er habe in einer Welt gelebt, in die niemand hinein durfte. Ein Zug zum Exzentrischen ist also gar nicht zu übersehen. Politisch war und ist Beatty immer links eingestellt. Er hat für Robert Kenndy geworben und für George McGovern, vor allem aber kämpft Beatty für eine stärkere Waffenkontrolle in den USA. Dafür braucht man Mut.
Gestartet war Beatty in Elia Kazans „Fieber im Blut“ (1959), in dem er Nathalie Wood den Kopf verdrehte. 1967 dann „Bonny & Clyde“. 1978 inszenierte Beatty erstmals selbst: „Der Himmel soll warten“. Ein Riesenerfolg. Ein Triumph gelang Warren Beatty 1981 mit „Reds“ über den amerikanischen Kommunistenführer John Reed. Der Film gewann drei Oscars. Beatty selbst war viermal nominiert, als Produzent, Hauptdarsteller, Autor und Regisseur. Für die Regie gewann er ihn schließlich. Beattys neuester Film über den exzentrischen Unternehmer Howar Hughes, der dem Schauspieler wohl ähnelt, „Rules Don’t Apply“, ist nach dem Start ziemlich untergegangen in der Trump-Mania, die selbst Warren Beattys Charme überschattet (Susan Vahabzadeh, SZ 30.3.17).