1514: Günter Franzen: Was wir gewinnen, wenn wir älter werden: nichts.

Günter Franzen, 70, nimmt sich in der FAS (26.3.17) u.a. die erbaulichen Traktate von Prof. Dr. Wilhelm Schmid vor. Am Ende seines Verrisses schreibt er: „Ich lebe in einer Dachwohnung im Norden Frankfurts mit freiem Blick auf Taunus und Wetterau. Wenn ich es irgendwann nicht mehr schaffe, in den dritten Stock zu kommen, werde ich einen ebenerdigen Raum im nahe gelegenen Wiesenhüttenstift beziehen. Sollte es meinem Alter Ego Wilhelm Schmid im Rahmen einer Lesetournee gefallen, in dieser Endlagerstätte abzusteigen, sollte er sich hüten, mich und die anderen Eingeschlossenen mit einem Zitat seines Gewährsmanns Blaise Pascal zu traktieren: ‚Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.‘ Ich würde ihn, so wahr mir Gott helfe, unter Aufbietung meiner letzten Kräfte mit der Gesamtausgabe des wahnsinnigen Theologen E.M. Cioran erschlagen: drei Kilo, 2 000 Seiten. Autorenbuchhandlung.'“

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