Einer unserer fähigsten Feuilletonisten, Thomas Steinfeld, schreibt in der SZ (25./26.3.17) sehr anschaulich über den 1932 geborenen Karl-Heinz Bohrer. Der ist in der deutschen Publizistik bekannt: FAZ-Redakteur, Literaturchef dort (gechasst von Joachim Fest zugunsten Marcel Reich-Ranickis), London-Korrespondent, Germanistik-Professor in Bielefeld, „Merkur“-Herausgeber, Schriftsteller (über 20 Bücher). Nun ist sein neues Buch erschienen:
Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie Berlin (Suhrkamp) 2017, 542 S.; 26 Euro.
Nach Steinfeld geht es darin nicht zuletzt um den bürgerlichen Glauben, die Kunst sei nicht nur autonom, sondern allen lebenspraktischen Verhältnissen überlegen.
Karl-Heinz Bohrer schreibt: „Mein Alleinsein war nichts anderes als die unmittelbare Wahrnehmung der anbrandenden Welt um mich herum. Das erzeugte keine Langeweile, keine Leere, sondern das Gegenteil davon. Es lief auf die Empfindung hinaus, über alles zu verfügen. Nicht im Tun, sondern in der Vorstellung. Es war das Glück absoluter Souveränität.“
Das Buch liegt bei mir bereits auf dem Schreibtisch bereit.