Es ist kennzeichnend für die Pädagogik, dass ihr häufig von der Politik Vorgaben gemacht werden. In letzter Zeit beim Bologna-Prozess (Bachelor und Master), beim Pisa-Schock und bei anderen Gelegenheiten. Das war auch in der Nazizeit so und in der DDR. Und regelmäßig bemüht sich die Pädagogik, diesen Vorgaben gerecht zu werden.
Das schlechte Abschneiden Deutschlands bei den ersten Pisa-Tests hat dazu geführt, dass nun statt Fachwissen „Kompetenzen“ abgefragt werden. Es geht darum, dass die Schüler mit vorgegebenen Texten, Grafiken und Tabellen umgehen können, deren Inhalte nahezu beliebig austauschbar sind. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass ein wichtiger Teil der Prüfung darin besteht, zu reproduzieren, was im Aufgabentext bereits steht. So wird das fachliche Niveau gesenkt. Fachwissen wird durch „Umgang mit Fachwissen“ ersetzt. Fakten sind nicht mehr wichtig, die Schüler sollen das Lernen lernen, Lehrer sind nur noch Coaches.
Von der Pädagogik ist in dem Zusammenhang häufig zu hören, dass es ja nicht darum gehe, auswendig gelerntes Wissen zu reproduzieren.
Zudem gibt es eine Diskussion über eine Noteninflation. Immer mehr Abiturienten schließen die Schule mit einem Einser-Abitur ab. Sie sind nicht das Problem, sondern diejenigen, die mit einem Dreier-Schnitt an die Universität kommen. Und dort häufig nicht studierfähig sind. Was tun? „Deutsch für Deutsche“? Der Bildungsföderalismus in Deutschland bringt außerdem unterschiedliche Anforderungen in den verschiedenen Bundesländern mit sich.
Hoffentlich sollen nicht alle Schüler auf das Niveau von Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen runternivelliert werden.