Eine Untersuchung des Mainzer Kommunikationswissenschaftlers Thomas Koch ergibt, dass Journalistinnen und Journalisten häufig in die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) wechseln. Hauptsächlich aus drei Gründen:
1. Jobunsicherheit im Journalismus,
2. schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Journalismus,
3. schlechte Arbeitsbedingungen im Journalismus.
Die Tatsache an sich wäre nicht weiter belangvoll, wenn dabei nicht ständig „vernebelt“ würde, dass Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) und Journalismus Gegensätze sind. Und keineswegs das Gleiche.
Während der Journalismus eine öffentliche Aufgabe erfüllt und dabei
informieren, bilden, beraten und unterhalten soll, wobei er Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt und auf andere Art und Weise an der Meinungsbildung für die ganze Gesellschaft teilnimmt,
hat Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) die Aufgabe, von einem privaten Auftraggeber ein positives Bild (Image) in der Öffentlichkeit zu zeichnen.
Öffentlichkeitsarbeit ist eine Form der Werbung. Legitim, aber privat. Wenn auch mit gesellschaftlichen Auswirkungen. Und die Frage ist, wer wieviele Mittel für seine Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann, für seine Eigenwerbung.
(Daniel Bouhs, taz 28.2.17)
Die Erkenntnis ist nicht ganz neu, wird aber immer wieder „gezielt“ vergessen (vgl. W.S.: „Public Relations“ in der Bundesrepublik Deutschland. Ein kritischer Überblick über die gegenwärtig maßgebenden Ansichten. In: Publizistik (16. Jg.) 1971, S. 163-180).