1477: Spitzensport nicht vereinbar mit sauberem Sport.

Prof. Dr. Perikles Simon ist Dopingforscher an der Universität Mainz. Er ist dafür bekannt, dass er sich keine reißerischen Aussagen entlocken lässt. Anno Hecker hat ihn für die FAZ (25.2.17) interviewt.

FAZ: Im neuen Spitzensportkonzept von Bundesregierung und Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) ist von Fairplay und Sauberkeit als Grundvoraussetzungen die Rede. Ziel der Reform ist eine Erhöhung der Medaillenausbeute, Innenminister Thomas de Maizière wünscht wenigstens ein Drittel mehr Medaillen. Wie passt das zusammen?

Simon: Gar nicht. Wenn Fairplay und Sauberkeit vorausgesetzt werden, ohne dass der Sport weiß, wie das zu erreichen ist – er spricht ja selbst davon, dass das Anti-Doping-System in den wenigsten Ländern funktioniert -, dann entsteht ein immenser Druck. Er wird an die Athleten, an die Trainer weitergegeben per Spitzensportkonzept. Diejenigen, die das Steuergeld vergeben, sagen: Das ist die Grundvoraussetzung und waschen ihre Hände in Unschuld. Wenn einer dopt, lassen sie ihn fallen wie eine heiße Kartoffel, mit der man nicht mehr auf’s Selfie mag. Das ist krank. …

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