Immer zum Jahreswechsel bilanzieren die Gewerkschaften die Entwicklung ihrer Mitgliederzahl. Sie brauchen viele Mitglieder, um kampfkräftig zu erscheinen. Teilweise führen die Gewerkschaften mit mehr als drei Konfliktgegnern pro Jahr Tarifauseinandersetzungen. Aber es geht noch um viel mehr als nur um die Zahlen in den Tarifen. Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Ausbildung, Weiterbildung usw., eine umfassende Aufgabe in der Gesellschaft.
DGB-Gewerkschaften 2016 2015
IG Metall 2274033 2273743
Verdi 2011950 2038638
IG BCE 644944 651181
IG Bau 263818 273392
GEW 278306 280678
NGG 201623 203857
EVG 192807 197094
GdP 180022 176930
Beamtenbund 1306019 1294402
Berufsgewerkschaften ohne Dachverband
Marburger Bund 119000 116994
DJV (Journalisten) 34000 34300
Vereinigung Cockpit 9700 9600
GdF 4000 k.A.
Ufo k.A. k.A.
Viele der 42 Gewerkschaften im Beamtenbund bevorzugen es, nur ungefähre Angaben zu machen. Ähnlich kursorisch äußern sich auch diejenigen Berufsgewerkschaften, die keinem Dachverband angehören. Z.B. die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), die Vereinigung Cockpit. Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) weigert sich sogar kategorisch, eine Zahl zu nennen. (Detlef Esslinger, SZ 10.2.17) Die Berufsgewerkschaften haben steigende Mitgliederzahlen. Ob ihre Tarifmacht durch eine kleine Zahl von Spezialisten gerechtfertigt ist, erscheint fraglich.
Generell aber funktionieren die Gewerkschaften solide im Sinne ihrer Mitglieder und machen eine regelmäßig gut begründete und vernünftige Gewerkschaftspolitik. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.