2017 wird ein wichtiges Wahljahr. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat als Bundespräsidenten
Frank-Walter Steinmeier (SPD)
vorgeschlagen, den Bundesaußenminister. Er sei ein Bewerber, „der unser Land repräsentieren kann, aber auch die Herausforderungen unserer Zeit kennt und Antworten darauf hat“.
CDU und CSU stellen für die Bundesversammlung 43 Prozent der Mitglieder, die SPD 31 Prozent. Eine absolute Mehrheit haben dort nur Union und SPD bzw. Union und Grüne. Die Union und die SPD wollen sich bemühen, einen gemeinsamen Kandidaten zu benennen. Noch geht das (Robert Rossmann, SZ 24.10.16).
Einzelne Unions-Abgeordnete möchten
Norbert Lammert (CDU),
den Bundestagspräsidenten, als Bundespräsidenten. Der hatte mitgeteilt, nicht kandidieren zu wollen. Allerdings wird er neuerdings von 70 ehemaligen DDR-Bügerrechtlern und DDR-Künstlern unterstützt. Darunter immerhin Freya Klier und Wolf Biermann. Gebraucht werde ein „Brückenbauer“ in einer „auseinanderdriftenden Gesellschaft“. Klier erhält in vierzehn Tagen den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. Sogar der Linken-Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, hat sich für Lammert als Bundespräsident ausgesprochen.
Nun: Steinmeier ist ein fürchterlicher Phrasendrescher. Geschuldet ist das seinem Amt als Bundesaußenminister. Als Kanzlerkandidat ist er bereits einmal gescheitert. Lammert setzt als Bundestagspräsident Akzente, liegt nicht immer einfach nur auf Parteikurs. Er ist ein versierter Redner, was sich am Tag der deutschen Einheit in Dresden gezeigt hat. Er nimmt meistens kein Blatt vor den Mund.
Als Kandidat wird auch noch gehandelt der baden-württembergische Ministerpräsident
Winfried Kretschmann (Grüne),
ein ebenfalls sehr respektabler Kandidat. Wahrscheinlich haben die Grünen nicht genug qualifiziertes Personal, um es sich erlauben zu können, Kretschmann von Stuttgart weggehen zu lassen.
Andere Kandidaten sind bereits „verbrannt“.