1215: Der Kapitalismus ist nicht am Ende.

Dass der Kapitalismus (das Wirtschaften mit Erwerbsvermögen) schmutzig ist, wird kaum jemand bestreiten angesichts der Panamapapers. Diese werden noch weitere Kreise ziehen. Und nachvollziehbar ist auch, dass der Kapitalismus moralisch nur erträglich ist, soweit er

sozialstaatlich (Art. 20 GG)

domestiziert wird. Das hatte die SPD in Godesberg 1959 begriffen.

Bei unserer Linken hat es lange gedauert, bis sie verstanden hat, dass ihr Slogan,

die Produktivkräfte würden von den Produktionsverhältnissen gefesselt,

falsch war. Daraus folgte u.a. die ökologische Wende. Gestützt auch auf die vielen sozialen Bewegungen (Frauen-, Antiatomkraft-, Friedensbewegung etc.). Nun benehmen sich die meisten davon wie Kapitalisten. Sie investieren, kümmern sich um Subventionen, bauen Häuser usw. Alles im kapitalistischen Modus. Ganz richtig! Das tut unserer Gesellschaft gut, macht sie produktiv und flexibel.

Klar ist ebenso, dass der reale Sozialismus nicht nur ökonomisch dem realen Kapitalismus weit unterlegen war. Er kannte keine Demokratie, Menschenrechte, Meinungsäußerungsfreiheit etc. Er herrschte mit Terror (Archipel Gulag) oder offener Repression (wie heute in Russland). Und er war unterlegen in der

Produktivität.

Und die ehemals sozialistischen Supermächte Russland und China haben klar auf Kapitalismus umgeschaltet. Gut, In Russland geht alles langsamer, aber in China funktioniert der Hyperkapitalismus doch ziemlich gut, wenn wir von den fehlenden Menschenrechten etc. und der rücksichtslosen Zerstörung der Welt absehen. Die deutschen Arbeitnehmer, die beim Daimler schaffen, freuen sich trotzdem, dass die Chinesen so viele Luxuskarossen kaufen. Und Winfried Kretschmann?

Also: ökonomisch ist der Kapitalismus jeder anderen Wirtschaftsweise überlegen.

Trotzdem kommen immer wieder Salonkommunistenn und utopische Sozialisten um die Ecke, die vom Ende des Kapitalismus schwadronieren. Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Und noch hier haben die Marxisten-Leninisten (Kommunisten) die Meinungshoheit, wenn sie meinen, dekretieren zu können, dass die „Frühsozialisten“ erst vom „wissenschaftlichen Sozialismus“ von Marx und Engels überwunden werden mussten. Dem hängt sogar noch Jens Bisky an (SZ, 7.4.16), der es besser wissen müsste.

Ich führe hier einmal ein paar „Frühsozialisten“ oder „utopische Sozialisten“ auf und sozialistische Denker, die, jeder im einzelnen, dazu beigetragen haben, den Kapitalismus erträglicher zu machen, bis heute:

Henri de Saint-Simon (1760-1825), Francois Babeuf (1760-1797), Robert Owen (1771-1858), Charles Fourier (1772-1837), Etienne Cabet ((1788-1856), Wilhelm Weitling (1808-1871), Moses Hess (1812-1875), Ferdinand Lassalle (1825-1864), Wilhelm Liebknecht (1826-1900), August Bebel (1840-1913), Karl Kautsky (1854-1938), Karl Liebknecht (1871-1919), Rosa Luxemburg (1871-1919) und viele andere.

Das sollten wir nicht vergessen.

 

 

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