1028: Angst zulassen

Angesichts der in den letzten Tagen erkennbar gewordenen Willkommenskultur bei sehr vielen Deutscher und angesichts gleichzeitig brennender Flüchtlingsheime darf unsere politische Analyse nicht in Einseitigkeiten hängenbleiben. Wir müssen zu einer nüchternen Erkenntnis der Gesamtlage fähig bleiben. Dazu gehört auch, wie Detlef Esslinger in der SZ (12./13.9.15) darlegt, dass wir Angst zulassen können.

Denn eine der letzten Umfragen ergab, dass 61 Prozent der Befragten keine Angst vor Flüchtlingen haben. 38 Prozent aber doch. Und das sind nicht alle Pegida-Fans oder Neonazis. Einige meiner Bekannten sprachen mich darauf an, ob sie nicht ihre schönen Einfamilienhäuser für Flüchtlinge öffnen müssten. Da konnte ich nur antworten, dass sie einmal überhaupt kein schlechtes Gewissen haben müssten und dass eine Wohnungszwangsbewirtschaftung wie nach 1045 gegenwärtig nicht angezeigt sei.

Es gibt also die Menschen, die Angst vor den Flüchtlingen haben. Wir sollten mit ihnen sprechen. Geduld haben. Wie wir ja auch den langfristigen Erfolg der Integrationspolitik haben wollen. Keine kurzfristigen Scheinblüten. Natürlich kommt eine Politik wie die von Victor Orban für uns nie in Frage. Aber dass Eltern sich um die Schulausbildung ihrer Kinder sorgen, Sportvereins-Vorstände die Sporthallen wieder nutzen können wollen und Messe-Vorstände sich um die nächste Messe Gedanken machen, ist nur verständlich.

Die Flüchtlinge sind entweder schon da. Oder auf dem Weg. Und wir können sie nicht auf einer ungarischen Wiese überwintern lassen. Aber die EU muss nun zeigen, wozu sie in der Lage ist! Übrigens würde ein

Einwanderungsgesetz

gerade die Begrenzung der Zuwanderung und die Aufteilung der Zuwanderer im Auge haben und erreichen können.

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