In der „Welt“ (4.7.15) befasst sich Ulf Poschardt mit der Europa-Skepsis. Er schreibt:
„Ein Mantra der Euroskeptiker ist, dass es so etwas wie eine europäische Identität nicht gebe. Nie ist deutlicher geworden, wie falsch das ist, als in den vergangenen Tagen. Es ist zudem kein Widerspruch stolzer Europäer, deutscher Patriot und – am wichtigsten – leidenschaftlicher Franke zu sein. Auch Identitäten sind komplexer, als es Schlichtmaten gerne hätten. Vor über siebzig Jahren endete der fürchterliche Zweite Weltkrieg, ein Blutbad ungeahnten Ausmaßes, in dessen Zentrum ein barbarisch gewordenes Deutschland. Doch diese Tragödie hat zu einer epochalen Schubumkehr geführt. Nur eingedenk von Millionen von Toten und Verwundeten konnte eine derart stabile und segensreiche Friedensordnung entstehen wie hier in Europa. Mit unglaublichen Wundern wie der Freundschaft zwischen Deutschen und Polen, Deutschen und Franzosen, Deutschen und Israelis. Uns sollte also nicht bang sein in diesen Tagen, sondern wir sollten uns tatendurstig freuen auf das, was kommt.“
Dem schließe ich mich gerne an. Auch wenn die Berichterstattung der „Welt“ nicht immer unseren Anforderungen genügt. Und unsere Franken haben tatsächlich ihren Silvaner, ihre Weißbiere und das bayerische Helle. Und Grafenrheinfeld ist abgeschaltet.