Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne) will Spitzenkandidat seiner Partei bei den Bundestagswahlen 2017 werden. Der 45-jährige Schriftsteller sieht sich als „angstfreie Alternative“ zur grünen Führungsriege in Berlin. Claudia Kade und Karsten Kammholz haben ihn für „Die Welt“ (27.6.15) interviewt.
Welt: Warum wollen Sie Spitzenkandidat Ihrer Partei werden?
Habeck: Weil man nicht in der Zufriedenheit verharren soll, sonst wird sie zur Selbstgerechtigkeit. Ich kann einen Beitrag dazu leisten, die Grünen 2017 in die Regierung zu führen. Und zwar aus meiner Erfahrung als Verantwortlicher in einer Regierung. Ich werde dann fünf Jahre Regierungserfahrung haben, aber auch das Wissen, wie man Debatten so führt, dass man am Ende mehrheitsfähig ist. Ich möchte die Themen der Grünen so vortragen, dass uns mehr Menschen ihr Vertrauen schenken. Das ist heute ja schon mein täglich Brot. Wir haben im Land eine dünne Mehrheit, viele Themen in meinem Ressort betreffen nicht das grüne Milieu. …
Welt: Parteichef Cem Özdemir wird sich wohl auch bewerben. Wieso sollten sich die Grünen-Mitglieder bei der Kandidatenkür für Sie entscheiden?
Habeck: Sie sollen sich für ein offensives Politikverständnis entscheiden, eines, das Probleme angehen will und der Alternativlosigkeit etwas entgegensetzt: Nämlich Ermöglichung!
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Welt: Die CSU lehnt jeden grünen Anstrich ab: Horst Seehofer will keinen Atommüll in Bayern – zugleich bremst er beim Ausbau der Netze für erneuerbare Energien. Welche Erklärung haben Sie dafür?
Habeck: Seehofer ist der Dr. No der deutschen Politik. Er verkörpert das genaue Gegenteil dessen, was ich will. Sein Verhalten ist irrational und populistisch. Keinen Atommüll wollen und keine Energiewende haben wollen, aber Bayern als Industrieland halten – krasse Logik.
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Kommentar W.S.: Das klingt ziemlich vernünftig. Nur: was machen wir mit den grünen Fahrrad-Indianern, welche als Ideologen die Wirtschaft beschädigen und den Verkehr lahmlegen wollen? Die sollten sich gefälligst überlegen, wo ihre Subventionen herkommen, wenn die Wirtschaftsleistung sinkt.