951: Jeanine Meerapfel – Präsidentin der Akademie der Künste

Jeanine Meerapfels erster Spielfilm „Malou“, den ich auf der Berlinale 1980 gesehen habe, ist eine Tochter-Mutter-Geschichte, in der Ingrid Caven die Malou spielt und Michael Ballhaus die Kamera führt. Beide haben viel mit Fassbinder gearbeitet. Meerapfel widmete sich in vielen Filmen, von denen mehrere autobiografisch sind, ihrer bayerisch-jüdischen Herkunft, etwa im „Land meiner Eltern“ (1981). Geboren ist sie 1943 in Buenos Aires. Leitende Themen ihrer Arbeit sind Aufbruch, Exil, Rückkehr und Entfremdung.

Meerapfel kam 1964 nach Deutschland und studierte in Ulm bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. In ihrem letzten Film „Der deutsche Freund“ verlieben sich ein argentinischer Junge und ein jüdisches Mädchen. Der Vater des Jungen war SS-Obersturmbannführer. Der Sohn geht nach Deutschland und wird dort „Revolutionär“. Meerapfel konzentriert sich auf das Selbstzerstörerische der „Revolution“, das sie in dieser Stärke nur in Deutschland kennengelernt habe. Sie ist offen für die deutschen Diskurse.

Gerade ist sie zur Präsidentin der Akademie der Künste gewählt worden (Fritz Göttler, SZ 1.6.15).

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