932: Journalisten sind unbeliebt.

Die Ressentiment-Politiker von Pegida am rechten Rand der Gesellschaft haben den Begriff der

„Lügenpresse“

geprägt. „Lügenpresse, halt die Fresse.“ Udo Ulfkotte, früher FAZ, befördert Verschwörungstheorien über den Journalismus. Aber auch Sozialdemokraten leiden unter unseren Massenmedien. Das zeigt das Buch des emeritierten Politologen Thomas Meyer:

Die Unbelangbaren. Wie politische Journalisten mitregieren. Berlin (Edition Suhrkamp) 2015, 186 Seiten, 15 Euro.

Wer nun annimmt, hier werde die alte Medienkritik der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufgewärmt, der täuscht sich. Das Missverstehen der Medien und das Misstrauen ihnen gegenüber gehen viel weiter. Als Beispiele dafür müssen herhalten Dirk Kurbjuweits Demontage des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück im „Spiegel“ oder das harte Marietta Slomka-Interview mit Sigmar Gabriel im ZDF. Und natürlich „der Fall Wulff“.

Verkannt wird dabei, dass wir das harte Nachfragen brauchen, damit nicht voll und ganz die

PR-Maschinen

von Deutscher Bank, SPD, bayerischer Landesregierung und sehr vielen anderen unsere Gehirne vernebeln. Und statt dass sich die BILD-Leser (und alle anderen Medienkonsumenten) fragen, was sie durch ihre Lektüre zur Verhunzung der öffentlichen Meinung beitragen, werden Idyllen beschworen. Das bringt gar nichts.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.