Trotz seines deutlichen Wahlsiegs verfügt Benjamin Netanjahu (Likud) nur über eine 61:59-Mehrheit in der Knesset. Das liegt vor allem daran, dass sich die nationalistische Partei des früheren Außenministers Avigdor Lieberman entschlossen hat, in die Opposition zu gehen.
Die ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora Judentum gehören zur Koalition. Ebenso wie die Kulanu Partei des neuen Finanzministers Mosche Kachlon. Schwierigkeiten gab es mit der
Siedlerpartei
des künftigen Bildungsministers Naftali Bennett. Er hat seine Parteikollegin Ajelet Schaked als Justizministerin durchgesetzt. Beobachter rechnen damit, dass Netanjahu zunächst selbst das Außenamt übernimmt, um es für Lieberman oder den Wahlverlierer Isaac Herzog von der Arbeitspartei „freizuhalten“.
Die neue Koalition will keine Zwei-Staaten-Lösung. Friedenspolitik dürfte es in Israel künftig noch schwerer haben (Peter Münch, SZ 8.5.15).