Nach Papst Franziskus hat nun auch das Europäische Parlament den hundertsten Jahrestag des Massenmords an den Armeniern von 1915 zum Anlass genommen, das Ereignis als
Genozid
zu brandmarken. Man gedenke des „armenischen Genozids im Geist europäischer Solidarität“ und forderte auch die EU-Kommission und den Europäischen Rat dazu auf. Damit wendet sich das EU-Parlament gegen die Haltung einer Reihe von Staaten, darunter Deutschland, den Massenmord nicht als Völkermord zu bezeichnen.
Der türkische Staatspräsident Erdogan reagierte: „Für die Türkei ist es niemals möglich, eine solche Sünde, eine solche Schuld anzuerkennen.“
Der stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokraten im Parlament, Knut Fleckenstein (SPD) forderte die Bundesregierung auf, dem Brüsseler Beispiel zu folgen. „Insbesondere als Deutsche und in dem Bewusstsein, dass das deutsche Kaiserreich Verbündeter des Osmanischen Reichs war, wissen wir, dass die Aufarbeitung der eigenen Geschichte eine Grundlage für eine respektvolle und vertrauenswürdige internationale Zusammenarbeit ist.“ (Daniel Brössler, SZ 16.4.15; Rolf Hosfeld, Le Monde diplomatique April 2015)