Über den Islamismus schreibt Alice Schwarzer (FAS 25.1.15):
„Die ‚Trennlinie zwischen Islam und Islamismus‘ definiert die Bundeskanzlerin so: ‚Der Islamismus findet statt, wo unter Berufung auf die Religion Gewalt angewendet wird oder zur Gewaltanwendung aufgerufen wird, um andere zu unterwerfen.‘ Gesagt hatte sie dies in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Doch mit Verlaub, Frau Bundeskanzlerin: An diesem Punkt ist es bereits zu spät. Viel zu spät. Denn die Gewalt ist nur die Spitze des Eisbergs des politisierten Islam, des Islamismus. Ihr geht eine ideologische Indoktrination voraus, der Drill der Gläubigen zur Selbstgerechtigkeit und Verachtung der ‚Anderen‘, als da sind: Frauen, Juden, Homosexuelle, Kreative, ‚Ungläubige‘. Dieses Schüren von Hass auf die Anderen ist die Saat der Gewalt. Mit der Kalaschnikow in der Hand geht die Saat auf.
In allen totalitären (Denk-)Systemen ist die Entmenschlichung der Anderen die Voraussetzung dafür, dass die Einen sich zu Herren über Leben und Tod der Anderen aufschwingen. Der Kadavergehorsam der Indoktrinierten beginnt in der patriarchalischen Familie, in Koranschulen und in den orthdoxen oder gar islamistischen Moscheen. Und da reden wir nicht nur von salafistischen Moscheen. Wir reden unter anderem auch von den heute etwa 1000 Ditib-Moscheen in Deutschland, die finanziell wie personell von der Türkei abhängig sind. Vor der Machtergreifung Erdogans waren das Stätten eines echten Dialogs, heute weht da ein anderer Wind.“