Wer unter psychischen Problemen leidet, muss auf ein Erstgespräch manchmal monatelang warten. Der Beginn der Therapie lässt dann bisweilen wieder noch Monate auf sich warten. Das will die Bundespsychotherapeutenkammer jetzt ändern. Psychotherapeuten sollen wie Ärzte eine Sprechstunde anbieten können. Dies soll im Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung festgeschrieben werden. Das erscheint sinnvoll und ist wohl fast überfällig. Dadurch würde nämlich nicht nur die Wartezeit verkürzt, sondern auch die Hemmschwelle sinken und so besonders den antriebsschwachen Kranken geholfen werden.
Würden die Therapeuten mit mehr Kranken früher sprechen, könnten sie die Patientenströme besser lenken. Leicht Erkrankte könnten schneller Beratung erfahren, Schwerkranke schneller und gezielter eine ambulante oder stationäre Behandlung bekommen. So würde die Psychotherapeuten-Sprechstunde die knappen Therapieplätze gerechter verteilen (Stefanie Schramm, „Die Zeit“ 23.12.14).