Während sehr viele Wissenschaftler, Intellektuelle, Künstler, Journalisten und Filmemacher das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA aus den bekannten Gründen scharf ablehnen, kommen aus der Ökonomie andere Töne. So von dem aus Indien stammenden Pankaj Ghemawat, der mittlerweile in Barcelona und New York lehrt. Kathrin Werner hat ihn für die SZ (18.11.14) interviewt.
SZ: Welche Bedeutung haben Freihandelsabkommen wie TTIP zischen EU und USA für die globalisierte – oder eben nicht so globalisierte – Weltwirtschaft?
Ghemawat: Oh, die Konsequenzen können riesig sein. Das sieht man ja schon an den Prognosen für das kanadisch-europäische Abkommen: rund 20 Prozent Handelswachstum. Es ist interessant, dass das offensichtlichste Hindernis für TTIP die Kulturwirtschaft ist, eine wirklich sehr kleine Branche. Wegen des Anteils französischer Filme in den Kinos das ganz Abkommen als Geisel zu nehmen, zeigt wirklich, dass man die Lage der Weltwirtschaft, vor allem die Lage Europas, nicht ernst genug nimmt. Wir brauchen etwas, das Europa aus der Krise, die womöglich in eine Deflation mündet, heraushilft. Das muss man doch gegen die anderen Themen abwägen!