Peter Sloterdijk gilt als Antipode von Jürgen Habermas. Viele von uns kennen ihn aus dem Fernsehen. Sehr viele seiner Sätze, auch in seinen Büchern, sind ziemlich unverständlich. Die meisten davon habe ich gar nicht gelesen. Sehr bekannt geworden ist Sloterdijks Debüt „Kritik der zynischen Vernunft“. Sven Michaelsen hat den Philosophen für das SZ-Magazin interviewt (7.11.14).
1. Sloterdijk über „grenzdebiles Rammeln“: „Dass bei uns die meisten Männer, sogar die klügeren wie Arthur Miller, Philip Roth und andere Bett-Matadore, aus dem Stadium des grenzdebilen Rammlers nie herauskommen, ist die reale Tragödie unserer Kultur.“
Vielleicht meint er Henry Miller.
2. Zur Kennzeichnung von Jürgen Habermas bemüht Sloterdijk bitterste Ironie.
SZ-Mag: Habermas ist 85 Jahre alt. Wird er noch seine Hand zur Versöhnung ausstrecken?
Sloterdijk: Vermutlich nein.
SZ-Mag: Und Sie?
Sloterdijk: Wenn Putins Truppen den Rhein erreichen, und es kommt ein Telegramm aus Starnberg, ob wir nicht gemeinsam eine Erklärung der Intellektuellen über die Rückkehr zu nicht-militärischen Lösungen signieren sollten, würde ich meinen Namen neben den seinen setzen.
3. SZ-Mag: Muss ein deutscher Professor das Feuilleton der „Zeit“ lesen?
Sloterdijk: Früher ja. Heute ist es wegen der Anbiederung an die Massenkultur fast unbrauchbar geworden. Ich profitiere mehr vom Reizklima der Kunst-Universität, die ich leite. Fast jeden Tag kommen zwei, drei Kollegen zu mir nach Hause und werden, wenn sie nett sind, von mir bekocht. Ihre Gastgeschenke bestehen in dem, was sie gerade im Kopf haben. Neben den Karlsruher Tischgesprächen klingt das „Zeit“-Feuilleton wie eine Schülerzeitung.
4. Als Sloterdijk einmal mit seinem Freund Wolfgang Rihm ein Hochgewächs aus Burgund verkostete, sagte einer von beiden: „So was dürfte man eigentlich nur im Stehen trinken.“
5. Sloterdijks Satz, der in die Philosophiegeschichte eingehen soll: „Man denkt an mich, also bin ich. Mit etwas Glück wird daraus: Ich bin, seit sie an mich denkt.“