Es gibt seit kurzem 457 Konfuzius-Institute (fast immer an Universitäten) in 122 Ländern, 14 davon in Deutschland, eins an der Georg-August-Universität Göttingen (Tim Neshitov/Kai Strittmatter SZ 3.9.14). Der Philosoph Konfuzius (551 v.C.-479 v.C.) eignet sich anscheinend für die kommunistische Propaganda; denn er legt den Menschen ein enges Korsett von Ritualen und Gehorsam an. Mit den Konfuzius-Instituten will die Volksrepublik China in die Propaganda-Offensive gelangen. „Unsere Regierung propagiert unsere kommunistischen Werte, genauso wie die Bundesrepublik ihre Werte propagiert.“
Hauptquartier der Institute ist in Peking das „Staatliche Führungsbüro für die internationale Verbreitung der chninesischen Sprache“ (Hanban). Es ist dem Erziehungsministerium angegliedert und untersteht dem Direktorat des Propagandaministeriums. Jörg Friedrich vom Ostasien-Institut in Ludwigshafen meint: „Die Leitung geht direkt ins Politbüro der KP, die Institute fügen sich in die Interessenwelt des chinesischen Staates. Sie werden in den Konfuzius-Instituten keinen deutschen Sinologen finden, der eine unabhängige Meinung zu
Tibet,
zu den Uiguren
oder zu Taiwan hat
und diese auch öffentlich zu äußern wagt. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Machen wir denn auch Joint Ventures mit der CDU/CSU? Nein. Aber mit einer ausländischen Partei, die vollkommen intransparent ist. Dass überhaupt einer auf die Idee kommt, so etwas zu verteidigen.“
Die Direktorin des Berliner Konfuzius-Instituts, Mechthild Leutner, sieht das völlig anders: „Sie können doch nicht mit allen Ländern, bei denen Sie etwas kritisieren, die Kooperation einstellen. Ich bin zum Beispiel gegen die Todesstrafe. Ich kann doch deswegen nicht sagen, ich mache jetzt keine Kooperation mehr mit den Wissenschaftlern in den USA.“
Finanzschwache Universitäten ließen sich korrumpieren, klagen Kritiker. Einzelne Universitäten,
in Deutschland Göttingen,
lassen sich schon direkt China-Professuren von Peking finanzieren.