David McAllister ist ein Beispiel. Er ist Deutsch-Brite. Und „da weiß man nicht, wie er sich verhalten würde, wenn die Briten demnächst aus der EU austreten und Brüssel den Krieg erklären. Fest steht jedenfalls: wenn er die niedersächsischen Goldreserven dann mit nach London nimmt, so würden ihn die Briten nicht ausliefern. Denn eigene Bürger rücken fremde Staaten jenseits der EU-Grenzen nicht heraus.“ (Roland Preuss, SZ 21.2.13)
Ein absurdes Beispiel.
Es verweist darauf, dass es mit der doppelten Staatsbürgerschaft praktisch keine Probleme gibt.
Das seit 1999 existierende deutsche Staatsbürgerschaftsrecht besagt, dass Kinder ausländischer Eltern per Geburt neben dem ausländischen auch den deutschen Pass erhalten. Sie müssen nur bis zum 23. Lebensjahr eine Staatsbürgerschaft abgelegt haben. Das will die FDP-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nun ändern. „Integration kann auch durch doppelte Staatsbürgerschaft gefördert werden, wie die vielen Fälle von gut integrierten Bürgern mit Doppelstaatsbürgerschaft zeigen.“ Die Bundeskanzlerin zieht hier nicht mit. Ihr Sprecher erklärte: „Es gilt der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatlichkeit. Dafür gibt es gute Gründe.“
Tatsächlich fällt es CDU und CSU als einzigen Parteien, welche die doppelte Staatsbürgerschaft ablehnen, schwer, Beispiele für Probleme mit der doppelten Staatsbürgerschaft aufzuführen. Zumal EU-Bürger und eine Reihe von anderen Staatsbürgern den deutschen Pass ohnehin behalten dürfen.
Probleme kann es 1. bei Straftätern geben, die ausgeliefert werden sollen. Problematisch können 2. die Ansprüche auf Sozialleistungen werden. Und kritisch könnte es 3. im Kriegsfall werden.
Für die SPD ist die gegenwärtige Regelung „absurd und grotesk“. Das Optionsmodell sei integrationsfeindlich. Betroffen seien in erster Linie Deutsch-Türken. Das sei eine klare Ungleichbehandlung. Und warum sollten sie illoyaler sein als Deutsch-Briten oder Deutsch-Griechen?
Deswegen stehen auch in diesem Fall politisch die Zeichen auf Integration. Sie gelingt mit dem Doppelpass. Das ist ein neues Thema für den Bundestagswahlkampf.